Schlechte Kununu-Bewertungen wirken sich spürbar negativ auf die Bewerberzahlen aus. Unternehmen mit einem niedrigen Arbeitgeberscore erhalten deutlich weniger Bewerbungen als vergleichbare Arbeitgeber mit positiven Bewertungen, weil Kandidatinnen und Kandidaten Arbeitgeberbewertungen heute aktiv in ihre Entscheidung einbeziehen. Der folgende Artikel zeigt, welche Faktoren dabei besonders stark ins Gewicht fallen und was Unternehmen konkret dagegen tun können.
Wie stark sinken Bewerberzahlen bei schlechten Kununu-Bewertungen?
Der Rückgang der Bewerberzahlen bei schlechten Kununu-Bewertungen ist erheblich. Unternehmen mit einem Score unter 3,0 berichten in der Praxis regelmäßig davon, dass qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten ihre Stellenanzeigen zwar aufrufen, aber keine Bewerbung abschicken. Der Zusammenhang ist direkt: Je niedriger der Score, desto höher die Abbruchrate im Bewerbungsprozess.
Arbeitgeberbewertungen auf Plattformen wie Kununu sind für viele Stellensuchende heute ein fester Bestandteil der Jobrecherche. Bevor jemand Zeit in eine Bewerbung investiert, prüft er, was aktuelle und ehemalige Mitarbeitende über das Unternehmen sagen. Ein niedriger Score oder eine Häufung negativer Kommentare erzeugt Misstrauen, das sich kaum durch eine ansprechende Stellenanzeige ausgleichen lässt.
Besonders stark betroffen sind Unternehmen, die ohnehin in einem wettbewerbsintensiven Bewerbermarkt tätig sind. Wenn ein Kandidat gleichzeitig zwei vergleichbare Stellen in Betracht zieht, entscheidet er sich erfahrungsgemäß für den Arbeitgeber mit dem besseren Bewertungsprofil, selbst wenn Gehalt und Position nahezu identisch sind. Das bedeutet: Schlechte Kununu-Bewertungen kosten nicht nur Quantitativität, sondern vor allem Qualität bei den eingehenden Bewerbungen.
Welche Arten von Bewertungen schrecken Bewerber am meisten ab?
Nicht jede negative Bewertung wirkt gleich stark abschreckend. Am stärksten schrecken Kandidatinnen und Kandidaten Bewertungen ab, die auf strukturelle oder kulturelle Probleme hinweisen, also auf Themen wie mangelnde Wertschätzung, fehlende Entwicklungsperspektiven, schlechte Führung oder ein toxisches Arbeitsklima. Diese Inhalte treffen Kernbedürfnisse, die für die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht verhandelbar sind.
Bewertungen zu Führung und Unternehmenskultur
Kommentare, die auf schlechte Vorgesetzte, mangelnde Kommunikation oder fehlenden Respekt hinweisen, gehören zu den abschreckendsten Inhalten auf Kununu. Solche Bewertungen sind schwer zu entkräften, weil sie subjektiv, aber glaubwürdig wirken. Wenn mehrere Bewertungen unabhängig voneinander dasselbe Problem benennen, entsteht ein Muster, das potenzielle Bewerberinnen und Bewerber als verlässliche Information interpretieren.
Bewertungen ohne Reaktion des Arbeitgebers
Ebenso abschreckend ist das Schweigen auf Kritik. Wenn ein Unternehmen auf negative Bewertungen gar nicht reagiert, signalisiert das nach außen Gleichgültigkeit. Kandidatinnen und Kandidaten schließen daraus, dass Feedback im Unternehmen grundsätzlich nicht erwünscht oder nicht willkommen ist. Eine sachliche, respektvolle Antwort auf eine kritische Bewertung hingegen kann den negativen Eindruck teilweise ausgleichen.
Reagieren Bewerber unterschiedlich auf negative Kununu-Bewertungen?
Ja, die Reaktion auf schlechte Kununu-Bewertungen ist nicht bei allen Kandidatinnen und Kandidaten gleich. Erfahrungsgemäß unterscheidet sich das Verhalten deutlich nach Karrierephase, Branche und persönlicher Situation. Wer dringend eine neue Stelle sucht, gewichtet negative Bewertungen anders als jemand, der aus einer sicheren Position heraus wechseln möchte.
Hochqualifizierte Fachkräfte mit mehreren Optionen auf dem Arbeitsmarkt reagieren besonders sensibel auf schlechte Arbeitgeberbewertungen. Sie können es sich leisten, selektiv zu sein, und nutzen Kununu aktiv als Filterwerkzeug. Für diese Zielgruppe können negative Bewertungen eine echte Zugangssperre darstellen.
Berufseinsteiger hingegen sind oft weniger vertraut mit dem Umgang mit Bewertungsplattformen oder gewichten andere Kriterien stärker, etwa Einstiegsmöglichkeiten oder Ausbildungsqualität. Das bedeutet jedoch nicht, dass schlechte Kununu-Bewertungen für diese Gruppe irrelevant sind. Gerade bei der Suche nach Auszubildenden spielen Bewertungen eine zunehmend wichtige Rolle, weil junge Menschen soziale Bewertungssysteme selbstverständlich in ihre Entscheidungen einbeziehen.
Was können Unternehmen gegen schlechte Kununu-Bewertungen tun?
Unternehmen können aktiv gegensteuern, wenn sie schlechte Kununu-Bewertungen erhalten. Der wichtigste erste Schritt ist nicht die Außendarstellung, sondern die ehrliche Auseinandersetzung mit den genannten Kritikpunkten. Wer intern nichts verändert, aber nach außen eine positive Arbeitgebermarke aufbauen will, wird langfristig scheitern.
Konkret empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Bewertungen systematisch auswerten: Welche Themen tauchen wiederholt auf? Kritik an Führung, Prozessen oder Kommunikation ist oft ein Hinweis auf echte strukturelle Probleme, die intern adressiert werden sollten.
- Öffentlich und professionell reagieren: Auf jede Bewertung, positiv wie negativ, sollte das Unternehmen antworten. Sachliche, respektvolle Antworten zeigen potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern, dass Feedback ernst genommen wird.
- Zufriedene Mitarbeitende aktiv um Bewertungen bitten: Viele zufriedene Mitarbeitende hinterlassen von sich aus keine Bewertung. Eine freundliche Einladung, die eigene Erfahrung zu teilen, kann das Bewertungsbild realistischer gestalten, ohne manipulativ zu wirken.
- Employer Branding strategisch aufbauen: Eine konsistente Arbeitgebermarke, die auf echten Werten und Versprechen basiert, stärkt das Vertrauen langfristig, auch wenn einzelne Bewertungen negativ bleiben.
Wichtig dabei: Kununu-Bewertungen sind ein Symptom, kein eigenständiges Problem. Wer ausschließlich an der Außenwirkung arbeitet, ohne die zugrundeliegenden Ursachen zu beheben, riskiert, dass neue Mitarbeitende nach kurzer Zeit dieselben negativen Erfahrungen machen und das Bewertungsprofil weiter belasten. Welche weiteren Gründe dazu beitragen, dass Stellen dauerhaft unbesetzt bleiben, erklärt dieser Überblick über die häufigsten Ursachen unbesetzter Stellen.
Wie lassen sich offene Stellen trotz schlechter Bewertungen besetzen?
Offene Stellen lassen sich auch bei schlechten Kununu-Bewertungen besetzen, wenn Unternehmen auf Methoden setzen, die nicht ausschließlich auf eingehende Bewerbungen angewiesen sind. Klassische Stellenanzeigen verlieren bei einem schwachen Arbeitgeberprofil stark an Wirkung, weil potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten die Anzeige zwar sehen, aber nicht reagieren. Aktive Ansprache und zielgerichtetes Social Media Recruiting können diesen Nachteil ausgleichen.
Wer aktiv auf Kandidatinnen und Kandidaten zugeht, hat die Möglichkeit, im direkten Gespräch ein differenzierteres Bild des Unternehmens zu vermitteln. Negative Bewertungen verlieren an Gewicht, wenn eine persönliche, authentische Kommunikation stattfindet, die konkrete Einblicke in das Arbeitsumfeld, die Teamdynamik und die Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Das setzt allerdings voraus, dass die Ansprache professionell und glaubwürdig ist.
Gleichzeitig sollten Unternehmen die Bewerbungserfahrung selbst optimieren. Ein schneller, wertschätzender Prozess, kurze Reaktionszeiten und klare Kommunikation können dazu beitragen, dass Kandidatinnen und Kandidaten trotz anfänglicher Skepsis im Prozess bleiben und sich ein eigenes Bild machen. Wie ein strukturierter Ablauf dabei konkret aussehen kann, zeigt unser bewährtes 6-Schritte-Recruiting-System.
Wie Ampersteg Unternehmen mit schwachem Bewertungsprofil beim Recruiting unterstützt
Wenn Stellenanzeigen aufgrund schlechter Kununu-Bewertungen kaum noch Bewerbungen generieren, ist ein Umdenken in der Recruiting-Strategie notwendig. Genau hier setzen wir mit unserem Systemhaus-Konzept an. Statt darauf zu warten, dass Kandidatinnen und Kandidaten von sich aus auf Dein Unternehmen zukommen, gehen wir aktiv auf passende Talente zu, auch auf solche, die nicht aktiv auf Jobsuche sind.
Was wir konkret für Dich tun:
- Direktansprache qualifizierter Kandidatinnen und Kandidaten über Active Sourcing und Social Media Recruiting, unabhängig vom Bewertungsprofil auf Kununu
- Professionelle Erstgespräche, in denen wir ein realistisches und differenziertes Bild Deines Unternehmens vermitteln und Vorbehalte direkt adressieren
- Individuell entwickelte Recruiting-Strategie auf Basis Deines konkreten Anforderungsprofils, Deiner Branche und Deiner Zielgruppe
- Begleitung bis zum Vertragsabschluss, damit qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten nicht auf halbem Weg verloren gehen
- Kein Risiko durch Scheinselbstständigkeit bei Interim-Lösungen, da unsere Recruiterinnen und Recruiter fest bei uns angestellt sind
Schlechte Bewertungen müssen kein dauerhaftes Recruiting-Hindernis sein. Wenn Du wissen möchtest, wie wir Deine offenen Stellen trotzdem zeitnah besetzen können, buchen Sie jetzt ein unverbindliches Gespräch mit uns.
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