Active Sourcing funktioniert im Gesundheitswesen grundlegend anders als in anderen Branchen. Der Grund: Pflegekräfte, Ärztinnen und medizinisches Fachpersonal sind fast durchgehend beschäftigt, kaum aktiv auf Jobsuche und über klassische Kanäle schwer erreichbar. Wer in der Gesundheitsbranche Stellen besetzen will, braucht eine Direktansprache, die auf den Alltag dieser Berufsgruppen zugeschnitten ist. Die folgenden Fragen zeigen, worauf es dabei konkret ankommt.
Warum sind klassische Stellenanzeigen im Gesundheitswesen so wirkungslos?
Klassische Stellenanzeigen funktionieren im Gesundheitswesen kaum noch, weil die meisten Fachkräfte bereits in festen Anstellungen sind und aktiv keine Stellen suchen. Wer nicht sucht, findet auch keine Anzeige. Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ist so ausgeprägt, dass die Nachfrage das Angebot an verfügbaren Kandidatinnen und Kandidaten seit Jahren übersteigt.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Pflegekräfte und medizinisches Personal verbringen ihren Arbeitstag nicht am Schreibtisch, sondern auf Station, in der Praxis oder im Operationssaal. Jobportale werden in der Freizeit kaum geöffnet, und wenn, dann eher passiv. Das bedeutet, dass selbst gut formulierte und teuer geschaltete Stellenanzeigen an einem Großteil der Zielgruppe schlicht vorbeigehen.
Dazu kommt: Viele Gesundheitseinrichtungen schalten seit Jahren dieselben Anzeigen auf denselben Portalen. Das Ergebnis ist ein Überangebot an gleichförmigen Inseraten, die sich kaum voneinander unterscheiden. Wer als Pflegefachkraft aktiv sucht, hat die Wahl. Alle anderen bekommt man so nicht.
Welche Berufsgruppen im Gesundheitswesen lassen sich per Active Sourcing erreichen?
Active Sourcing im Gesundheitswesen eignet sich besonders für Berufsgruppen, die dauerhaft gesucht werden, aber kaum aktiv auf Jobsuche sind. Dazu zählen vor allem Pflegefachkräfte, examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger, Altenpflegekräfte, medizinische Fachangestellte sowie Ärztinnen und Ärzte in Fachrichtungen mit hohem Engpass.
Konkret lassen sich über Active Sourcing in der Gesundheitsbranche folgende Profile ansprechen:
- Pflegefachkräfte in der stationären und ambulanten Pflege
- Altenpflegerinnen und Altenpfleger in Senioreneinrichtungen
- Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger
- Medizinische Fachangestellte (MFA) in Praxen und MVZs
- Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
- Rettungssanitäterinnen und -sanitäter sowie Notfallsanitäterinnen und -sanitäter
- Fachärztinnen und Fachärzte in unterversorgten Disziplinen
Was diese Gruppen verbindet: Sie alle sind in der Regel beschäftigt, haben wenig Zeit für eine aktive Jobsuche und reagieren nur dann auf Ansprachen, wenn diese zum richtigen Zeitpunkt, auf dem richtigen Kanal und mit dem richtigen Inhalt ankommen.
Auf welchen Kanälen werden Pflegekräfte und medizinisches Personal angesprochen?
Pflegekräfte und medizinisches Personal werden am wirkungsvollsten über Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram erreicht, ergänzt durch berufliche Netzwerke wie LinkedIn für akademische Berufsgruppen. Jobportale spielen beim Active Sourcing eine Nebenrolle, da die Zielgruppe dort nicht aktiv sucht.
Die Kanalwahl hängt stark von der Berufsgruppe ab:
- Facebook: Besonders wirksam für Pflegefachkräfte und Altenpflegepersonal. Viele dieser Berufsgruppen sind dort privat aktiv und lassen sich über gezielte Werbeanzeigen oder Direktnachrichten ansprechen.
- Instagram: Gut geeignet für jüngere Fachkräfte und Berufseinsteiger, etwa in der Physiotherapie oder im Rettungsdienst.
- LinkedIn: Sinnvoll für Fachärztinnen und Fachärzte, Führungspositionen im Pflegemanagement sowie akademisch ausgebildete Gesundheitsberufe.
- Xing: Im deutschsprachigen Raum noch relevant, vor allem für erfahrene Fachkräfte im medizinischen Bereich.
Wichtig ist dabei: Kein einzelner Kanal reicht aus. Wer Direktansprache im Gesundheitswesen betreibt, braucht einen Methodenmix, der auf die jeweilige Zielgruppe und Position zugeschnitten ist.
Wie unterscheidet sich die Direktansprache von Pflegekräften von anderen Branchen?
Die Direktansprache von Pflegekräften unterscheidet sich von anderen Branchen vor allem durch den Ton, den Zeitpunkt und die Inhalte. Pflegefachkräfte sind beruflich stark belastet, emotional oft am Limit und reagieren empfindlich auf Ansprachen, die sich unpersönlich oder opportunistisch anfühlen. Standardisierte Massennachrichten funktionieren hier nicht.
Was in anderen Branchen als professionell gilt, kann im Pflegekontext als respektlos wirken. Eine Nachricht, die mit Gehaltszahlen lockt oder Versprechen macht, die nicht gehalten werden können, erzeugt Misstrauen. Stattdessen braucht es:
- Persönliche Ansprache: Die Nachricht muss zeigen, dass man sich mit dem Profil der Person beschäftigt hat, nicht nur einen Serienbrief verschickt.
- Klare Informationen über die Stelle: Pflegekräfte wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben, wie das Team aussieht und was das Unternehmen konkret bietet.
- Respekt vor der Arbeitszeit: Ansprachen sollten nicht während typischer Schichtzeiten erfolgen und kurz und verständlich formuliert sein.
- Realistische Erwartungen: Wer zu viel verspricht, verliert schnell das Vertrauen. Ehrlichkeit über Rahmenbedingungen ist wichtiger als Marketing.
Im Vergleich zu IT-Fachkräften oder kaufmännischen Berufen, die häufig über LinkedIn ansprechbar sind und professionelle Netzwerke aktiv pflegen, ist die Direktansprache im Pflegebereich deutlich niedrigschwelliger und menschlicher zu gestalten.
Wie lange dauert es, eine Stelle im Gesundheitswesen per Active Sourcing zu besetzen?
Mit einem strukturierten Active-Sourcing-Prozess lassen sich erste qualifizierte Profile im Gesundheitswesen in der Regel innerhalb von vier bis sechs Wochen vorlegen. Bis zur tatsächlichen Einstellung dauert es je nach Stelle und Entscheidungsgeschwindigkeit auf beiden Seiten typischerweise acht bis zwölf Wochen.
Mehrere Faktoren beeinflussen die Besetzungsdauer:
- Spezialisierungsgrad der Stelle: Eine Pflegefachkraft für eine Allgemeinstation lässt sich schneller finden als eine Fachpflegekraft für Intensivmedizin oder eine Fachärztin für ein seltenes Spezialgebiet.
- Region: In städtischen Ballungsräumen ist die Dichte an potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten höher als in ländlichen Gebieten, wo der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen besonders stark ausgeprägt ist.
- Attraktivität des Angebots: Unternehmen, die konkrete Vorteile wie flexible Dienstpläne, Weiterbildungsmöglichkeiten oder Wohnunterstützung bieten, erhalten schneller positive Rückmeldungen.
- Reaktionsgeschwindigkeit: Wenn vorgestellte Profile schnell bewertet und Einladungen zeitnah ausgesprochen werden, verkürzt sich der Prozess erheblich.
Active Sourcing ist kein Sofortrezept, aber deutlich schneller als das monatelange Warten auf Bewerbungen über Stellenanzeigen.
Wann sollte ein Unternehmen im Gesundheitswesen auf Active Sourcing setzen?
Ein Unternehmen im Gesundheitswesen sollte auf Active Sourcing setzen, wenn Stellenanzeigen über mehrere Wochen keine verwertbaren Bewerbungen liefern oder wenn Positionen besetzt werden müssen, für die es kaum aktiv suchende Kandidatinnen und Kandidaten gibt. Das ist im Gesundheitswesen der Regelfall, nicht die Ausnahme.
Konkrete Situationen, in denen Active Sourcing im Recruiting der Gesundheitsbranche sinnvoll ist:
- Stellen bleiben trotz geschalteter Anzeigen auf mehreren Portalen seit Wochen oder Monaten unbesetzt
- Die gesuchte Fachkraft hat eine spezialisierte Qualifikation, die selten ist
- Der Standort liegt in einer Region mit besonders hohem Fachkräftemangel
- Mehrere Stellen müssen gleichzeitig besetzt werden
- Eine Schlüsselposition muss schnell nachbesetzt werden, etwa nach einem unerwarteten Abgang
Auch wenn ein Unternehmen grundsätzlich noch Bewerbungen erhält, lohnt sich Active Sourcing als ergänzende Methode. Denn wer nur auf eingehende Bewerbungen wartet, sieht immer nur einen kleinen Teil des Marktes. Der weitaus größere Teil der Fachkräfte ist passiv, also wechselbereit, aber nicht aktiv suchend, und damit über Anzeigen schlicht nicht erreichbar.
So unterstützt Ampersteg beim Active Sourcing in der Gesundheitsbranche
Wir bei Ampersteg wissen, wie schwierig es ist, qualifiziertes Personal im Gesundheitswesen zu finden, wenn klassische Wege nicht mehr funktionieren. Als Recruiting-Systemhaus übernehmen wir den gesamten Active-Sourcing-Prozess für Dich, von der Kanalauswahl über die persönliche Direktansprache bis zur Vorqualifizierung der Kandidatinnen und Kandidaten. Dabei arbeiten wir nach unserem bewährten 6-Schritte-System, das sicherstellt, dass Du innerhalb von sechs Wochen mindestens drei passende Profile erhältst.
Was wir konkret für Dich tun:
- Wir erarbeiten gemeinsam mit Dir ein klares Anforderungsprofil, das zu Deinem Team und Deiner Einrichtung passt
- Wir wählen die richtigen Kanäle für Deine Zielgruppe aus, egal ob Facebook, Instagram oder LinkedIn
- Wir sprechen Kandidatinnen und Kandidaten persönlich und wertschätzend an, im Namen Deines Unternehmens
- Wir führen Erstinterviews durch und leiten nur vorqualifizierte Profile an Dich weiter
- Wir begleiten Dich bis zum Vertragsabschluss, nicht nur bis zur Profilübergabe
Du brauchst keinen eigenen Social-Media-Auftritt und keine speziellen Tools. Wir legen los, wenn Du es brauchst. Wenn Du wissen willst, wie wir Dein Recruiting konkret unterstützen können, schau Dir gerne unsere Leistungen an oder buche direkt ein unverbindliches Gespräch mit uns.

