Welche Kandidaten erreicht man durch Active Sourcing?

Durch Active Sourcing erreicht man vor allem Personen, die gerade nicht aktiv nach einem neuen Job suchen. Diese sogenannten passiven Kandidatinnen und Kandidaten machen den Großteil des Talentmarkts aus und bleiben für klassische Stellenanzeigen unsichtbar. Wer nur auf eingehende Bewerbungen wartet, schöpft damit nur einen Bruchteil des verfügbaren Potenzials aus. Die folgenden Fragen zeigen Dir, welche Personen und Berufsgruppen sich durch Active Sourcing erschließen lassen und was diese Methode konkret bringt.

Wer bewirbt sich nicht – und warum sind diese Personen trotzdem relevant?

Personen, die sich nicht bewerben, sind meistens diejenigen, die bereits in einem festen Arbeitsverhältnis stehen und sich nicht aktiv auf Jobsuche befinden. Sie sind trotzdem relevant, weil viele von ihnen grundsätzlich offen für einen Wechsel wären, wenn das Angebot stimmt. Studien aus der Personalforschung zeigen immer wieder: Der Anteil dieser passiven Kandidatinnen und Kandidaten liegt deutlich über dem der aktiv Suchenden.

Diese Personen tauchen in keinem Bewerbungseingang auf, weil sie schlicht keinen Grund haben, aktiv zu suchen. Vielleicht sind sie mit ihrer aktuellen Stelle halbwegs zufrieden, vermissen aber Entwicklungsperspektiven. Oder sie wissen gar nicht, dass es eine Stelle gibt, die besser zu ihnen passt als ihre aktuelle Position. Ohne direkte Ansprache bleibt dieser Kontakt aus.

Für Unternehmen bedeutet das: Wer sich ausschließlich auf Stellenanzeigen verlässt, spricht nur die Minderheit an, die gerade aktiv sucht. Die größere und oft qualifiziertere Gruppe bleibt dabei außen vor. Besonders bei spezialisierten Fachkräften, bei denen der Markt ohnehin eng ist, kann genau diese Gruppe den Unterschied machen, ob eine Stelle besetzt wird oder monatelang offen bleibt.

Welche Branchen und Berufsgruppen eignen sich besonders für Active Sourcing?

Active Sourcing eignet sich besonders gut für Branchen und Berufsgruppen, in denen qualifizierte Fachkräfte rar sind und sich selten aktiv bewerben. Das betrifft vor allem das Handwerk, das Gesundheitswesen, die IT, den Ingenieurbereich sowie kaufmännische Spezialistenfunktionen. Überall dort, wo der Fachkräftemangel spürbar ist, bringt Active Sourcing einen klaren Vorteil.

Konkret profitieren zum Beispiel folgende Berufsgruppen besonders von dieser Methode:

  • Fachhandwerker wie Elektriker, Anlagenmechaniker oder Zimmerer
  • Pflegekräfte, medizinisches Fachpersonal und Therapeuten
  • IT-Fachkräfte wie Softwareentwickler, Systemadministratoren oder IT-Projektmanager
  • Ingenieure im Maschinenbau, in der Elektrotechnik oder in der Bauplanung
  • Kaufmännische Spezialisten in Bereichen wie Controlling, Buchhaltung oder Einkauf

Was diese Gruppen gemeinsam haben: Sie werden von vielen Unternehmen gleichzeitig gesucht, befinden sich meistens in Festanstellung und reagieren kaum auf klassische Inserate. Active Sourcing ermöglicht es, diese Personen dort anzusprechen, wo sie sich beruflich aufhalten, zum Beispiel auf LinkedIn, Xing oder in branchenspezifischen Netzwerken.

Wie unterscheiden sich passive von aktiv suchenden Kandidaten im Recruiting-Prozess?

Aktiv suchende Kandidatinnen und Kandidaten melden sich von sich aus, bringen Bewerbungsunterlagen mit und sind in der Regel schnell verfügbar. Passive Kandidatinnen und Kandidaten müssen zunächst angesprochen, überzeugt und durch den Prozess begleitet werden. Der Recruiting-Aufwand ist höher, aber das Kandidatenprofil ist häufig passgenauer, weil man gezielt suchen kann.

Im Prozess selbst zeigen sich klare Unterschiede:

  • Reaktionszeit: Passive Kandidaten reagieren langsamer, weil sie nicht im Bewerbungsmodus sind. Geduld und ein überzeugender erster Kontakt sind wichtig.
  • Erwartungshaltung: Wer nicht aktiv sucht, muss erst einen Grund sehen, warum ein Wechsel sinnvoll wäre. Die Stelle und das Unternehmen müssen attraktiv kommuniziert werden.
  • Qualität der Profile: Da man bei Active Sourcing selbst auswählt, wen man anspricht, ist die Trefferquote oft höher als bei eingehenden Bewerbungen, die häufig nicht zum Profil passen.
  • Zeitrahmen: Der Prozess dauert etwas länger, weil passive Kandidaten erst Vertrauen aufbauen müssen, bevor sie sich auf ein Gespräch einlassen.

Wer Active Sourcing betreibt, muss also nicht nur suchen, sondern auch überzeugen. Das erfordert eine klare Kommunikation darüber, was die Stelle bietet und warum ein Wechsel sich lohnen könnte. Ein strukturierter Recruiting-Prozess hilft dabei, diesen Mehraufwand effizient zu gestalten.

Wo findet Active Sourcing die gesuchten Kandidaten?

Active Sourcing findet Kandidatinnen und Kandidaten vor allem auf beruflichen Netzwerken wie LinkedIn und Xing, aber auch auf branchenspezifischen Plattformen, in sozialen Medien wie Instagram oder Facebook sowie in Lebenslaufdatenbanken auf Jobportalen. Die Wahl des richtigen Kanals hängt stark von der Zielgruppe und der gesuchten Berufsgruppe ab.

Einige Beispiele, wo welche Gruppen zu finden sind:

  • LinkedIn und Xing: Kaufmännische Fachkräfte, IT-Spezialisten, Ingenieure und Führungskräfte
  • Instagram und Facebook: Fachhandwerker, Pflegekräfte und Berufsgruppen, die weniger auf beruflichen Netzwerken aktiv sind
  • Lebenslaufdatenbanken auf Jobportalen: Personen, die zwar kein aktives Profil pflegen, aber ihren Lebenslauf hochgeladen haben
  • Branchenspezifische Foren und Communities: Nischenfachkräfte, die sich in Fachgruppen oder Verbänden organisieren

Entscheidend ist, dass der Kanal zur Zielgruppe passt und nicht umgekehrt. Ein Elektriker ist selten auf LinkedIn aktiv, aber möglicherweise über Facebook oder eine Handwerkerplattform erreichbar. Wer Active Sourcing ohne diese Differenzierung betreibt, verpufft viel Energie auf den falschen Kanälen.

Kann Active Sourcing auch für kleine Unternehmen ohne HR-Abteilung funktionieren?

Ja, Active Sourcing funktioniert auch für kleine Unternehmen ohne eigene HR-Abteilung. Voraussetzung ist, dass der Prozess klar strukturiert ist und die nötigen Ressourcen entweder intern bereitgestellt oder extern eingekauft werden. Für kleine Unternehmen ist Active Sourcing oft sogar besonders sinnvoll, weil sie im Wettbewerb um Fachkräfte mit klassischen Stellenanzeigen kaum Sichtbarkeit erreichen.

Das häufigste Hindernis ist nicht die Größe des Unternehmens, sondern fehlende Zeit und fehlendes Know-how. Active Sourcing braucht Konsequenz: Man muss regelmäßig Profile sichten, überzeugend anschreiben und Gespräche führen. Das ist neben dem Tagesgeschäft schwer zu stemmen, wenn man keine dedizierte Recruiting-Funktion hat.

Für kleine Unternehmen gibt es dabei zwei realistische Wege: Entweder man investiert intern in Wissen und Werkzeuge, oder man arbeitet mit einem externen Partner zusammen, der den operativen Teil übernimmt. Wer versteht, warum Stellen unbesetzt bleiben, erkennt schnell, dass fehlende Kapazität einer der Hauptgründe ist. Active Sourcing ist keine Frage der Unternehmensgröße, sondern eine Frage der richtigen Umsetzung.

Welche Ergebnisse sind durch Active Sourcing realistisch zu erwarten?

Durch Active Sourcing lassen sich in der Regel innerhalb von vier bis acht Wochen mehrere qualifizierte und vorqualifizierte Kandidatenprofile für eine offene Stelle gewinnen. Wie viele es genau sind und wie schnell, hängt von der Berufsgruppe, der Region und der Attraktivität der Stelle ab. Unrealistische Erwartungen sind ein häufiger Grund dafür, dass Active Sourcing als gescheitert gilt, obwohl die Methode grundsätzlich funktioniert.

Folgende Faktoren beeinflussen das Ergebnis direkt:

  • Verfügbarkeit der Zielgruppe: In engen Fachkräftemärkten braucht man mehr Ansprachen für dieselbe Anzahl an Rückmeldungen.
  • Qualität der Ansprache: Generische Nachrichten werden ignoriert. Individuelle, relevante Nachrichten erzielen deutlich bessere Rücklaufquoten.
  • Attraktivität des Angebots: Gehalt, Entwicklungsmöglichkeiten und Unternehmenskultur entscheiden, ob ein passiver Kandidat überhaupt Interesse zeigt.
  • Konsequenz im Prozess: Active Sourcing ist keine einmalige Aktion, sondern ein kontinuierlicher Prozess.

Realistisch betrachtet ist Active Sourcing kein Allheilmittel, aber eine der wirksamsten Methoden, um schwer zu besetzende Stellen zu füllen. Wer die Methode mit klaren Erwartungen und einem strukturierten Vorgehen einsetzt, sieht deutlich bessere Ergebnisse als mit dem bloßen Schalten von Stellenanzeigen.

Wie Ampersteg beim Active Sourcing unterstützt

Wir bei Ampersteg setzen Active Sourcing als eine von mehreren Methoden innerhalb unseres Systemhaus-Konzepts ein. Das bedeutet: Wir entscheiden gemeinsam mit Dir, welche Methode für Deine offene Stelle am sinnvollsten ist, und setzen sie dann vollständig operativ um. Du musst Dich weder um Plattformlizenzen noch um die tägliche Sichtung von Profilen kümmern.

Konkret übernehmen wir für Dich:

  • Die Erarbeitung eines klaren Anforderungsprofils als Grundlage für die gezielte Suche
  • Die Identifikation und direkte Ansprache passender Kandidatinnen und Kandidaten auf den richtigen Kanälen
  • Erstinterviews und Vorqualifizierung, damit Du nur mit wirklich passenden Profilen sprichst
  • Begleitung bis zum Vertragsabschluss, nicht nur bis zur Profilübergabe

Unser bewährtes 6-Schritte-System stellt sicher, dass der Prozess strukturiert läuft und keine Zeit verloren geht. Wir arbeiten ausschließlich exklusiv mit Dir zusammen, die gefundenen Kandidaten gehören Dir und keinem anderen Unternehmen. Wenn Du wissen möchtest, ob Active Sourcing für Deine offene Stelle der richtige Weg ist, buche jetzt ein unverbindliches Gespräch mit uns.

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